Wir sind dabei uns zu verlieren...

Ich hab getanzt, ich hab geweint, ich hab geschrien vor Glück.
Jetzt sitze hier, schau aus dem Fenster und wische mir die Tränen aus dem Gesicht. Ich schließe die Augen und sehe Dich. Ich sehe dein Lächeln, ich höre deine Stimme und spüre deinen Körper. Ich spüre ihn so sehr, dass mir ganz warm wird. Ich möchte ihn berühren, dich berühren, aber ich berühre nur die Leere. Es ist kalt und ich versuche einfach wieder zu schlafen und zu träumen. Von dir. Doch die Realität holt mich zurück, denn es sind nur Träume. Du bist nicht da. Ich kann dich nicht spüren. Ich kann dich nicht fühlen. Nur im Gedanken. Dann wird mir klar, wie sehr ich dich vermisse. So sehr, dass ich schreien könnte. Ich schaue auf mein Telefon. Immer und immer wieder. Es ist still und ich warte auf ein Zeichen von Dir. Aber es passiert nichts. Wird es denn je passieren? Ich suche Bilder von Dir und schaue mir alle an, die ich von Dir habe. Es sind nicht viele, aber es ist die einzige Erinnerung an Dich. Und wieder spüre ich die Feuchtigkeit in meinen Augen. Eine Träne rollt über meine Wangen und es vergeht eine Ewigkeit, bis sie über mein Gesicht vertrocknet ist. Ich erinnere mich an die Tage mit Dir. Wie alles begann...

Ich habe damals nicht auf mein Herz gehört, nur auf mein Gefühl. Ich habe es bereut und habe ein zweites Mal nur auf mein Gefühl gehört. Ich bereue es sehr und wenn ich doch nur etwas dagegen tun könnte. Die Angst verfolgt mich. Die Angst, dass es keinen Weg zurück gibt. Den Weg zurück zu Dir. Ich stelle mir so viele Fragen, Fragen auf die ich keine Antworten finde. Eine Frage kann ich mit Sicherheit und aus tiefsten Herzen beantworten. Die Frage auf meine Gefühle. Sie sind da, sie waren immer da...und sie sind nur für Dich da. War es die Angst, die sich vor meine Gefühle gestellt hat? War es die Unsicherheit? Diese Frage kann ich nicht beantworten. Ich sehe deine Tränen, ich spüre meine Tränen, ich sehe unsere Tränen.

Wieder schaue ich ein Bild von Dir an, du lächelst und ich wünschte, ich könnte dich in den Arm nehmen und dir ins Ohr flüstern, dass ich Dich liebe.
Es sind drei Worte, die soviel sagen, soviel bedeuten und ich bin mir so sicher, wie lange nicht mehr, sie auszusprechen.

Ich habe die Nähe eines Menschen so vermisst und du hast sie mir wieder gegeben. Durch dich konnte ich loslassen, durch dich konnte ich die Vergangenheit hinter mir lassen und neue Gefühle aufbauen. Sie haben sich aufgebaut, doch ich habe sie nicht zugelassen. Es war der Schritt von Dir weg. Wieder wird es kalt und ich fühle, wie sich die Leere ausbreitet. Wie lange wird sie diesmal bleiben? Tage? Wochen? Monate? Ich sehe Deine Tränen im Gesicht, ich sehe wie es dich getroffen hat, damit, dass ich uns die Chance nicht gegeben habe. Ich mache mir Vorwürfe und suche nach einem Weg, dies rückgängig zu machen. Doch es ist zu spät. Ich kann es nicht zurück holen, keinen Moment mit dir. Ich kann mich nur daran erinnern, hoffen und warten. Wie lange? Das weißt nur du. Ich träume. Ich träume von dir. Ich träume davon, deine Lippen zärtlich zu berühren, mit ihnen zu spielen und mit meinen Lippen sanft deinen Hals zu küssen. Ich hauche dir leise ins Ohr und sehe dein Lächeln. Du nimmst meine Hand und führst sie um deinen Körper. Ich halte Dich fest und möchte nicht mehr loslassen. Wir küssen uns zärtlich. Es wird kalt, immer kälter und ich erwache...

Ich sehe die Straße und suche nach dir. Wo bist du? Du warst gar nicht da. Es war ein Traum...ich schaue durchs Zimmer, sehe das Notebook und die Zeilen die ich schreibe. Ich bin eingeschlafen und in einem wunderschönen Traum versunken. Ich starre an die Zimmerdecke und schließe wieder die Augen, um bei dir zu sein. Es funktioniert nicht. Dafür habe ich zu viel geschlafen die letzten Tage...aber schlafen kann man doch wenn man tot ist ?! Es sind meine Worte. Doch wenn ich schlafe, kann ich nicht nachdenken, dann kann ich nicht an dich denken. Nein, dann träume ich. Also versuche ich zu schlafen, doch mein Körper ist zu schwach. Er verlangt nach Essen, aber ich bekomme nichts runter. Ich trinke Alkohol, viel Alkohol und rauche. Viel zu viel.

Ich bin wieder in ein tiefes Loch gefallen. In ein Loch voller Gedanken, Vorwürfe, Schuld, Sehnsucht und aussichtslosen Gefühlen. Ich schaue auf mein Telefon und sehe auch da dein Bild. Aber keine Nachricht oder ein Anruf von Dir. Ich frage mich, was du gerade machst und ob es Dir gut geht. Denkst du vielleicht an mich? Vermisst du mich? Fühlst du noch etwas für mich? Ich stelle mir vor, wie es sein soll, ohne Dich. Es geht nicht, nicht mal die Vorstellung ist möglich. Ich stelle mir vor, dich als Freund zu haben. Dich zu sehen und zu spüren, dass du keine Gefühle mehr für mich hast. Ich verdränge diese Vorstellung. Ich stelle mir vor mit dir zusammen zu sein. Dich zu halten und zu tragen, da zu sein, wenn es dir schlecht geht. Da zu sein, um dir meine Gefühle zu zeigen und zu geben. Es ist eine wunderschöne Vorstellung, aber keine Realität.

Wie wird es werden, was wird passieren? Alles Fragen, die offen sind und die nur die Zeit beantworten kann. Oder die du beantworten kannst? Gesprochene Worte kann man nicht rückgängig machen, man kann nichts rückgängig machen. Aber man kann versuchen, es besser zu machen. Und die Hoffnung nicht aufgeben. Ich habe viele Vorstellungen, Vorstellungen und Gedanken daran, mit dir mein Leben zu verbringen. Ich würde einiges anders machen um mit dir alles erleben zu können. Jede Minute mit dir, ob in deinen Armen oder in Gedanken. Ich möchte an deiner Seite stehen und dich zum glücklichsten Menschen der Welt machen. Ich möchte die strahlenden Augen wiedersehen, wie damals. Ich möchte neben dir einschlafen und aufwachen, wie damals. Ich möchte dich in den Arm nehmen, ohne fragen zu müssen, dir im Ohr kitzeln, um dich zu ärgern und dein Lächeln zu sehen. Ich möchte dich küssen, ohne dich fragen zu müssen. Ich möchte jedem zeigen, was ich für dich empfinde. Ich würde es der ganzen Welt zeigen. Ich möchte vieles, ich möchte alles...alles mit dir. Mit dir Hand in Hand im Regen springen, mit dir auf einer Wiese liegen und dich verführen, mit dir einsam irgendwo sitzen, mit dir über alles reden und dir zuhören. Ich möchte zu dir, mit Klamotten in die Dusche springen, mit dir spontan überall hinfahren. Ich möchte mit dir lachen und weinen. Ich möchte dich!

Ich falle wieder aufs Bett und warte. Ich kann nichts machen, obwohl ich alles tun würde. Wirklich alles, nur um dir das zeigen zu können. Kann ich denn nicht irgendwas machen, außer warten? Es ist das zweite große Loch, in dass ich gefallen bin. Und die Hoffnungen daran, einen Weg zu finden, den ich mir wünschen würde, vergeht von Tag zu Tag. Es ist meine Schuld, es lag ganz allein an mir. Ich vermisse dich so sehr, wie man die Luft zum Leben braucht. Ich vermisse dich so sehr, dass keine Minute vergeht, ohne an dich zu denken. Ich vermisse dich so sehr, dass es weh tut.

Ich hätte nie gedacht, dass ich irgendwann hier sitzen und mit deinem Bild in der Hand einschlafen würde. Ich hätte nie gedacht, dich jemals so missen zu müssen. Aber ich habe mir immer vorgestellt, wie es wäre, mit dir an meiner Seite. Jetzt vermisse ich es so sehr, weil ich es nicht wollte und zugelassen habe. Ich habe auch immer daran geglaubt, dass es vielleicht doch einmal mehr werden könnte zwischen uns. Dass es dafür zu spät ist, begreife ich jetzt noch nicht. Es wird wieder Zeit vergehen müssen, damit mir das bewusst wird. Die Hoffnung stirbt immer zuletzt, aber sie ist schon so oft bei mir gestorben, dass ich nicht daran glauben kann. Ich versuche es trotzdem. Ich habe so viele Wünsche und Träume. Doch die meisten haben sich nicht erfüllt oder ich konnte sie nicht erfüllen. Vielleicht ist es alles so vom Schicksal bestimmt, vielleicht soll es so sein. Vielleicht habe ich es nicht verdient.  Fünfundzwanzig Tage sind vergangen. Ohne Dich und ohne ein Zeichen von dir. Ich habe mit der Ungewissheit gelebt, bis du mir gezeigt hast, dass Du Zeit brauchst. Ich habe versucht, dir zu zeigen, was du mir bedeutest. Es war zu viel für Dich. Du hast mich aus deinem Leben gestrichen, für immer? Oder in einer kurzen Reaktion? Was bin ich für Dich? Was war ich für Dich und was werde ich für Dich sein? Ich sitze jetzt hier und schreibe, dass, was in meinem Kopf vorgeht und würde es dir sagen wollen. Genau so, wie es hier geschrieben steht, genau so, wie meine Gedanken sind. Es tut mir gut, das zu schreiben und doch bin ich mit meinen Gedanken ganz woanders.
Bei dir.

Doch du bist nicht da. Wieder rollt eine Träne über mein Gesicht... wieder zünde ich mir eine Zigarette an und wieder schau ich aus dem Fenster. Ich schaue nach Dir, ich warte auf Dich, doch Zeit heilt nicht immer die Wunden, sondern macht es noch schlimmer. Du bist nicht da. Die Zeit vergeht so langsam, wenn man warten muss. Es ist so wahnsinnig viel passiert, in einer kurzen Zeit zwischen uns. Es ist viel passiert, weil ich nicht zu meinen Gefühlen stehen konnte. Weil ich wirklich eifersüchtig war. Weil ich wirklich nur Dich wollte! Weil ich selber versucht habe, mich abzulenken und getan habe, als würde es mich kalt lassen. Ich erkenne mich selber nicht wieder und es hatten alle Recht. Es hatten alle Recht, nur ich hab mich selber angelogen. Ich war nicht sicher, ob ich mit der Vergangenheit abgeschlossen habe, ich war mir nicht sicher, mich auf etwas neues einzulassen. Ich war mir nicht sicher, was ich wollte, obwohl ich mich bei dir mehr als nur wohl gefühlt habe. Ich habe es versucht und bin nach meinem Gefühl gegangen und habe nicht auf mein Herz gehört. Aber mein Herz hat mich nun endlich dazu bewegt, die Wahrheit zu sehen. Und die Wahrheit hat mich so sehr getroffen, dass ich sie nicht zulassen konnte, sie vielleicht auch nicht zulassen wollte. Wenn ich aus dem Fenster schaue, sehe ich die Sonne untergehen und auch einen Tag, an dem nichts passiert ist außer, dass ich Gedanken an dich hatte und gewartet habe. Pausenlos. Aber es hat sich nichts verändert.

Noch immer liegt alles herum, noch immer sieht die Wohnung aus, wie nach einem Weltuntergang, noch immer hat sich einfach nichts getan. Wie viele dieser Tage kommen noch und rauben mir den Verstand? Tage, an denen ich unsere Musik, deine Musik höre? Tage, an denen ich nachdenke und den Sinn suche. Tage, an denen ich nach einer Lösung suche und keinen Weg finde. Die Sonne ist fast untergegangen und auch der Tag nimmt sein Ende. Was wird morgen kommen? Was wird morgen passieren? Wieder nichts oder wird es ein Zeichen geben? Ich möchte Lachen, ich möchte wieder Spaß am Leben haben, ich möchte mich wieder auf einen Tag freuen können. Aber ich kann meine Gefühle nicht überspielen und ich kann nicht so tun, als würde es mir gut gehen. Mir geht es nicht gut.

Ich versuche an die Hoffnung zu glauben, ich versuche an die schönen Tage mit dir zu denken. Ich versuche wieder deine Stimme zu hören, dein Lachen zu sehen, deinen Körper zu spüren, ich versuche dich in den Arm zu nehmen und ich versuche nicht zu weinen. Doch Tränen sagen mehr, als Tausend Worte. Tränen zeigen Gefühle, sie zeigen Emotionen und Trauer. Sie zeigen den Schmerz und die Wahrheit. Sie zeigen mehr, als derjenige zeigen würde. Mehr wie Tränen kann ich gerade nicht zeigen. Mehr wie meine Gedanken aufzuschreiben kann ich nicht tun. Mehr, als warten und hoffen kann ich nicht.

Wie viele Tage ohne dich kommen noch, Wie viele Tage, ohne ein Zeichen von dir? Wie viele Tage wird es brauchen, damit wir wenigstens als Freunde zueinander finden? Wie viele Tage werden vergehen, um dich zu sehen und in den Arm nehmen zu können? Ich versuche wieder zu schlafen und darauf zu warten, was der nächste Tag bringen wird. Ich versuche wieder zu träumen und liege wieder neben dir. Ich spüre deinen Atem, ich spüre deine Nähe, ich fühle deine Hand, ich sehe in deine Augen... doch es ist wieder nur ein Traum. Aufgewacht in den nächsten Tag. Ich schaue auf die Uhr, es ist kurz nach neun. Durch die Rollläden schimmern die Sonnenstrahlen. Ich stehe auf und schließe sie ganz. Weiter schlafen, das ist mein einziger Gedanke. Ich versuche mir mit dem Handy den Weg zum Bett zu leuchten. Ich lege mich hin und die Augen fallen zu. Kurz nach elf steh ich dann endlich auf. Ich kann nicht Lächeln und freue mich überhaupt nicht, auf irgendwas. Ich mache die Rollläden hoch und die Sonne strahlt mich an. Wahrscheinlich das einzige Strahlen, was ich heute erblicken kann. Ich überlege, was der Tag bringen wird. Ob heute etwas passiert? Ob sich das Blatt wendet und ich noch ein zweites Strahlen erblicken kann. Vielleicht sogar mein Eigenes?

Ich ziehe den Bikini an und fahre an den See. Es ist schönes Wetter, viel zu schön für meine Stimmung. Pausenlos schießen mir die Gedanken durch den Kopf. Gedanken an dich. Ich versuche nicht daran zu denken und lege mich auf meine Decke. Ich mache die Augen zu und wieder bist du es, die sich in meine Träume schleicht. Wieder vergehen Minuten, Stunden und mein Telefon bleibt still. Ich setze immer die Hoffnung daran, dass der Tag lang ist und noch viel passieren kann. Nach drei bis vier Stunden halte ich es nicht mehr aus. Die Sonne ist so stark, dass mir schlecht wird. Oder ist mir schlecht, weil ich wieder nichts gegessen habe? Ich versuche mich auf zu raffen und positiv zu denken. Ich möchte, dass die Gedanken aus meinem Kopf verschwinden. Wenigstens mal für ein paar Stunden. Sie machen es nicht. Sie sind einfach da, Tag für Tag. Zu Hause angekommen, wieder alles beim alten, wie jeden dieser letzten Tage, schmeiße ich mein Zeug aufs Bett. Ich falle hinterher und überlege, warum alles so sein muss. Warum das Leben so sehr aus Schmerz und Trauer besteht. Warum man einfach nichts machen kann, um das zu ändern. Ich möchte raus aus diesem Loch, doch ich versinke immer mehr. Die Lust irgendwas zu machen ist weg. Kein Elan weg zu gehen.

Vielleicht wirst du diese Zeilen nie lesen, aber vielleicht kommt doch ein Tag, an dem ich dir das alles ins Gesicht sagen kann und dir zeigen kann, was ich fühle. Vielleicht kommt auch ein Tag, an dem ich Dich einfach sehen kann und wir als Freunde wieder zueinander finden. Wer kämpft kann verlieren, doch wer aufgibt, hat schon verloren. Ich habe nie irgendetwas aufgegeben, auch wenn es manchmal so aussichtslos erscheint. Doch das schlimmste ist es, warten zu müssen. Warten, warten und warten. Auf das etwas passiert oder darauf dass nichts passiert. Diese Ungewissheit macht einen kaputt, sie bringt einen dazu Dinge zu tun, die man lieber lassen sollte. Ich versuche immer einen Schritt zu machen, aber es ist verkehrt. Ich finde ihn als richtig. Vieles braucht seine Zeit. Zeit, was ist das schon? Verlorene Tage, die man nicht zurück holen kann. Verlorene Tage, die einen quälen. Verlorene Tage ohne Dich.

Ein Stern ist offen und ich möchte ihn dir schenken, wenn ich die Chance dafür bekomme.

16. Juli 2009