Chaos


Hast du schon mal jemanden kennengelernt und das Gefühl gehabt, denjenigen schon sein ganzes Leben zu vermissen...?

Jemand der die Schatten, die dich schon eine halbe Ewigkeit begleiten in vollem Ausmaße und in ihrer abstrakten, individuellen aber unverfälschten Ralität ans Licht bringt, und du nicht mehr weißt wohin mit deinen Gedanken.

Wenn du dann feststellst, dass wenn du nur lang genug in einen Abgrund schaust, derAbgrund irgendwann in dich hinein schaut und dir klar wird, dass Alles so sein muss wie es ist.

Wenn du erkennst das du an deiner eigenen Lebenswahrheit vorbeigeschlittert bist, ohne dich nur auch ein einziges Mal nach ihr umgeschaut zu haben.

Wenn du dir dessen bewusst wirst, was dir deine Innenwelt versucht zu erklären, aber deine Urteilskraft dir den Blick auf das wesentliche verweigert hat.

Wenn du nicht entscheiden kannst, zwischen Gehen und Bleiben, zwischen Bekenntnis und Verschwiegenheit, zwischen Klarsicht und Fehleinschätzung, aber du trotz alledem weißt, dass diese Erfahrung dir deinen Weg ebnet.

Wenn die bewusste Sicht der Dinge ein Gefühl der Ratlosigkeit auslöst und der Drang nach Bewegung und Veränderung in dir überzulaufen droht, du aber deutlich Sicherheit und Wärme spürst und den Ursprung dieser Empfindung nur erahnen kannst.

Wenn du den Eindruck von ungetrübter Verbundenheit hast, ohne das Gleichklang und Einigkeit herrschen und trügerisches Wohlbefinden, Leere und Trostlosigkeit, wahrer Zufriedenheit und Daseinsfreude weichen, dann stellst du fest, dass du nicht mehr nach Liebe suchen musst, weil du etwas tieferes und bedeutungsvolleres gefunden hast.

Was du empfindest ist Dank!


Sabrina Hampicke

6. April 2005