Warten auf den Sonnenaufgang


Dunkelheit in voller Güte,
wie des Mondesschatten einsam ziert,
vorbei an Feldern voller Blüte,
wo Nacht die Schatten duelliert.

Unbeschränkt, so wirkt ein Sehnen,
fessellos, schier ohne Zwang,
getrieben stets, blau-weiße Tränen,
getrieben stets, melodisch Zwang.

Füchse schleichend, um die Wette,
Raben schreiend, jenen Klang,
geben alles, drehen Pirouette,
geben alles, nur kein Rat, den ich verstehen kann.

Fremdes Herz, in vollster Stärke,
still herauf, mein Schattenlaub,
ach wie wundervoll sind Engelswerke,
im Himmelszelt gefangen, stumm und taub.

Doch mit des Mondmanns vollem Blick,
wachend, lachend, liebestrunken,
vollführen Sterne jeden Zaubertrick,
tänzeln glimmernd, in Morgenröte versunken.

Vom Osten strahlend, hellend golden,
führt dein Weg vom Tal herauf,
begrüß den Tag, als müsst´ich ihn besolden,
unbestimmt, im wankelmütigen Walkürenlauf.

So steh ich nun, an den Klippen jener Hänge,
von den Wellen zart beweint,
mein Blick, ein Geständnis nur, das ich verdränge,
im endlosen Gezeitenmeer...
...das uns an jenem Sonnenaufgang vereint.


copyright © by Christopher Tafeit